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ZDF – Terra X

XY History

Erstausstrahlung: 04. September 2024, 20:15

Laufzeit: 45 Minuten

Sender: ZDF

Jede Ära hat ihre eigene Kriminalgeschichte. Historische Kriminalfälle und Biografien von Verbrechern und ihren Verfolgern stehen im Mittelpunkt der neuen True-Crime-Reihe „XY history“. Mithilfe von Spielszenen, Archivmaterialien und Experten schildert sie einzigartige Fälle. Presenter Sven Voss fragt auch, wie sich die Ermittlungsarbeit von damals bis heute entwickelt hat.
Zum Start geht es um die 1920er-Jahre in Berlin ‒ und um Mordkommissar Ernst Gennat; in Folge zwei steht die sogenannte „Gladow-Bande“ im geteilten Berlin direkt nach dem Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt.

 

In der Mediathek anschauen:

 

Folge 1: Der erste Mordkommissar – Ernst Gennat

Folge 2: Kaum zu fassen – die Gladow-Bande

Folge 1: Der erste Mordkommissar – Ernst Gennat

Es waren Jahre, in denen sich die Weimarer Republik zu erholen schien, die schlimmsten Folgen der Inflation waren abgewendet. Ende 1927, kurz vor Weihnachten, macht sich die gutsituierte 21-jährige Fleischerstocher Dora Perske auf den Weg zu Verwandten. Als der Zug pünktlich eine Stunde später Friedrichshagen erreicht, liegt sie schwer verletzt mit einer klaffenden Kopfwunde in einer Blutlache. Ein Krankenwagen bringt sie noch ins Krankenhaus, doch sie stirbt wenig später.

 

Kommissar Ernst Gennat (Stefan Grossmann), nimmt die Ermittlungen auf – immer an seiner Seite: Sekretärin Trudchen Steiner (Marina Lötschert)

 

Bis in die 20er Jahre gab es in der Polizeiarbeit kein Morddezernat, keine Verhörprotokolle und keine Obduktionsberichte. Als Kommissar straffte und strukturierte der drei-Zentner-Mann die Ermittlungsmethoden und erreichte eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote.

 

Presenter Sven Voss ist im heutigen Berlin unterwegs. Er trifft Sebastian Kraus, den Leiter aller Berliner Mordkommissionen, sichert eigenhändig Spuren, steigt auf historische Polizeifahrzeuge und findet heraus, welche Rolle Gennats „Sieben-Punkte-Plan“ noch heute für die Ermittlungsarbeit der Polizei spielt.
Und: Sven Voss besucht das Nordrhein-Westfälische Landesarchiv. Hier liegen unter anderem kürzlich aufgetauchte Briefe von einem der bekanntesten deutschen Mörder, von Peter Kürten.
Denn auch zur Aufklärung dieses Falles wurde Ernst Gennat aus Berlin hinzugezogen. Er erstellte zum „Vampir von Düsseldorf“ das erste bekannte Täterprofil der Kriminalgeschichte und erkannte in Kürten einen „Serien“-Mörder.

Folge 2: Kaum zu fassen – Die Gladow-Bande

 

Werner Gladow (Adrian Grünewald) ist ein berüchtigter Berliner Gangsterboss, der schon im Alter von nur 17 Jahren eine der „erfolgreichsten“ und erbarmungslosesten Verbrecherbanden der Nachkriegszeit anführt.

 

Das Jahr 1948: Die Menschen leiden an Hunger und bitterer Armut, der Schwarzmarkt blüht. Es herrscht eine Art Wilder Westen, Faustrecht inklusive. Berlin ist in vier Besatzungszonen aufgeteilt, deren Polizei, Behörden und Gerichte nicht zusammenarbeiten – die Folge ist ein beinahe „rechtsfreier Raum“: Wer im Osten mordet und im Westen verschwindet, ist wie „verschluckt“.
Werner Gladow macht sich diese Umstände zu Nutze.
Sein Vorbild ist der legendäre Mafioso Al Capone. Das Markenzeichen seiner Bande: Maßanzüge, weiße Krawatte und Budapester Schuhe. Über 350 Straftaten, darunter zwei Morde und 15 Mordversuche, gehen auf das Konto der jungen Männer, bevor sie identifiziert und gefasst werden können.

 

Presenter Sven Voss rekapituliert in Berlin gemeinsam mit Ermittlern die Aufklärung eines aktuellen, spektakulären Coups:
Mitglieder des Remmo Clans hatten 2017 eine einhundert Kilogramm schwere Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum gestohlen. Doch im Gegensatz zur Nachkriegszeit, als die Polizisten monatelang im Dunklen tappten, wussten die Berliner Ermittler innerhalb weniger Tage, wer hinter dem Diebstahl steckte. Dank neuester Kriminaltechnik und der reibungslosen Zusammenarbeit unterschiedlicher Dienststellen nahmen 300 Einsatzkräfte die Täter schließlich in einer konzertierten Aktion fest.

Bandenchef Werner Gladow wird im Juni 1949 von der Ost-Berliner Polizei in der elterlichen Wohnung in Friedrichshain gestellt. Es kommt zur Schießerei, drei Schussverletzungen machen den Gangster kampfunfähig, zwei Polizisten werden schwer verletzt.
Der Prozess vor einem Schwurgericht in Ost-Berlin ist einer der wichtigsten der Nachkriegszeit. Im Alter von nur 19 Jahren wird Gladow zum Tode verurteilt, obwohl ihm ein Gutachter bestätigt, geistig noch in der Pubertät zu stecken. Es ist die erste Hinrichtung der DDR am 10.11.1950 durch die Guillotine. Der „Spiegel“ schreibt damals: „Gladow hat sich im falschen Sektor schnappen lassen. Dort war die Todesstrafe noch nicht abgeschafft.“

 

RTL – Show

Achtung Verbrechen!

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